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iRechtsradikale Kameradschaften n
Deutschland... von Sasuka | 14. Juni 2003. Empörte Bürger demonstrieren gegen den Aufmarsch von
Neonazis und Rechtsradikalen in Nürnberg. In ganz Europa hat die Zunahme antisemitischer
Vorfälle und Gewalttaten Bürger und Politiker aufgeschreckt. Vor wenigen Monaten erst
gelangte eine zeitweilig unter Verschluss gehaltene Studie der EU-Beobachtungsstelle für
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit an die Öffentlichkeit. In dieser Studie wurde nicht nur
die Situation in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und
Großbritannien als problematisch beschrieben. Neben jugendlichen Einwanderern aus
arabischen Staaten sind vor allem Rechtsextremisten für diese Entwicklung verantwortlich.
Am Vorabend der EU-Erweiterung hat die internationale Antisemitismus-Konferenz in
Berlin deshalb Judenfeindlichkeit und Fremdenhass als Bedrohung für die Demokratie und die
weltweite Sicherheit verurteilt. Die Delegierten aus über 50 Ländern riefen dazu auf, jede
Form von Rassismus, Hetze, und Gewalt gegen Menschen auf Grund ihrer Herkunft oder Religion
zu bekämpfen. Zwar wird hierzulande in jüngster Zeit weniger über Neonazis und
Rechtsradikale berichtet als noch vor einigen Jahren. Doch die Szene ist nach wie vor aktiv
- vor allem in so genannten "freien Kameradschaften", deren Zahl in den vergangenen Jahren
deutlich zugenommen hat. Eine der einflussreichsten Kameradschaften entstand - anders als
man vielleicht erwartet - nicht in Ostdeutschland, sondern in Bayern: die Fränkische
Aktionsfront, kurz FAF.
Hier läuft gerade das Transparent vorbei, das wird von Frauen aus der FAF getragen,
dahinter laufen der NPD-Landesvorsitzende von Bayern, Ralf Ollert, dahinter kommt dann die
fränkische Aktionsfront mit dem bekannten Kübelwagen, mit dem sie gerne auf Kundgebungen
auftauchen, dahinter kommt die Kameradschaft Nürnberg, das ist die Kameradschaft aus dem
Nürnberger Land, ja genau, wir haben hier den Hitlergruß - hatten wir auch vorher schon mal
zu sehen.
Die FAF wurde im Januar verboten. Doch nach wie vor sammeln sich in solchen
Kameradschaften junge Neonazis, vor allem zwischen 18 und 35 Jahren. Diese Verbünde zählen
in der Regel fünf bis 20 meist männliche Mitglieder. Der Berliner Politologe Richard Stöss
erklärt, wieso Kameradschaften für den rechtsradikalen Nachwuchs attraktiver sind als
Parteien:
Es ist natürlich schon ne Mentalitätsfrage, wer Mitglied einer Partei wird, geht
Verpflichtungen ein, sie müssen da verbindlich Parteiarbeit leisten. In Kameradschaften
geht das alles viel lockerer und spontaner zu, da sind diese Verpflichtungen, diese
Verbindlichkeit ist nicht da, und ich denke, Kameradschaften sind für die jungen Leute eher
attraktiv, die zum Spontitum neigen, die weniger bereit sind, verbindliche Parteiarbeit zu
leisten, zum Beispiel Informationsstände zu machen, Flugblätter zu verteilen, an
Schulungskursen teilzunehmen und so weiter.
Der Politologe warnt davor, die Kameradschaften zu unterschätzen. Rund 160 solcher
Gruppen hat der Bundesverfassungsschutz im vergangenen Jahr gezählt - nicht nur in
Ostdeutschland, sondern genauso in Westdeutschland. Mehrere Aktionsbüros und -bündnisse
koordinieren die überregionale Zusammenarbeit. Seit Mitte der 90er Jahre haben die so
genannten "freien Kameradschaften" stark an Einfluss gewonnen. Der Grund: Allein von 1992
bis 1996 wurden zwölf neonazistische Vereine verboten. Neonazis und Rechtsradikale mussten
daher eine neue Strategie entwickeln - und lernten von den Linken, so Richard Stöss:
In der Folge der Organisationsverbote haben solche strategischen Diskussionen
stattgefunden, und man ist eigentlich zu dem Prinzip übergegangen, was ja eine lange Zeit
auch in der Linken vorgeherrscht hat, so nach dem Motto: Organisation durch
Desorganisation, oder durch Unorganisation, weil man will ja dem Staat keine Angriffsfläche
bieten.
Neonazis begannen daher seit Mitte der 90er Jahre, im Schatten der rechtsradikalen
Parteien ein geheimes Netzwerk aus selbständigen Kameradschaften aufzubauen, um sich vor
weiteren Verboten zu schützen. Allein in den vergangenen sechs Jahren hat sich die Zahl der
freien Kameradschaften von 80 auf 160 verdoppelt.
Eine Organisation mit Mitgliederlisten ist natürlich von der Polizei viel leichter zu
verfolgen und zu kontrollieren, was machen die Leute denn anschließend, wenn wir die
Organisation verboten haben, als ein lockerer Zusammenschluss, wo eigentlich noch nicht mal
definitiv klar ist, welche Person gehört da eigentlich dazu, wer ist da Mitglied, wer muss
beobachtet werden. Und wer muss gegebenenfalls mit Sanktionen, mit Strafen überzogen
werden.
Der Bundesverfassungsschutz schätzt, dass sich etwa 2600 militante Neonazis,
gewaltbereite Skinheads und Rechtsrocker in diesem selbsternannten "nationalen Widerstand"
sammeln. Sie befürworten Gewalt. Immer wieder werden bei Kameradschaftsangehörigen Waffen
und Sprengstoff gefunden, wie zuletzt bei der Kameradschaft Süd in München. Auch die
einflussreiche Fränkische Aktionsfront FAF geriet ins Visier der Verfassungsschützer und
wurde schließlich verboten. Die FAF war eine Dachorganisation von kleinen regionalen
Kameradschaften mit etwa 40 bis 50 Aktivisten und Sympathisanten - und guten Kontakten zur
NPD. Der bayerische Innenminister Günter Beckstein wenige Tage nach dem Verbot:
Vorwiegend sind es rechtsextremistische Skinheads, die ganz eindeutig den
Nationalsozialismus verherrlichen, die damit gegen die verfassungsmäßige Ordnung sich
richten, gegen Strafgesetze verstoßen - daher haben wir uns entschlossen, sie zu verbieten,
und haben vor wenigen Tagen das Verbot durchgesetzt.
Die fränkische Neonazi-Szene spielt eine Sonderrolle in Westdeutschland, denn sie ist
besser organisiert als die in den meisten anderen Bundesländern. Nur in Hessen, Hamburg und
Schleswig-Holstein gibt es Ansätze einer ähnlichen rechtsextremen Infrastruktur, mit
Infotelefonen, Aktionsbüros und regelmäßigen Treffen. Hinzu kommt: die Ideologie der
rechtsextremen Kameraden stößt in Franken offenbar auf wenig Widerstand:
Ich hatte ein unangenehmes Erlebnis, als ich im Bus abends heimgefahren bin, der
sammelt so die ganzen Diskos ab, wo die halt immer mal rumhängen, und da wurden halt schon
die Onkelz gesungen, und dann ist man durch den Bus gegangen, Hitlergruß gezeigt, Horst
Wessel-Lied gesungen, und solche Sachen. Das kommt schon mal vor.
Der 21-jährige Klaus aus Forchheim meidet daher inzwischen bestimmte Kneipen und
Jugendtreffs, um keinen Ärger zu bekommen.
In der Schule war's so: In der Klasse hat man dann auch Lieder gesungen, zwischen den
Unterrichtsstunden, wie "Wir scheißen auf die Juden" und "wir wollen Judenblut trinken."
Wenn man da nicht mitgesungen hat, wurde man schief angeschaut, und was das soll, usw. Und
ich muss ganz ehrlich sagen, so mit 14, 15 war ich genauso Mitläufer wie die jetzigen, ich
hab aber dazugelernt.
Thomas, 20 Jahre alt, lebt in einer Kleinstadt in Mittelfranken. Er fürchtet die Rache
der Szene, wenn er erkannt wird - deshalb haben wir seine Aussagen nachsprechen lassen.
Es war immer die hinterste Reihe, die hat dann angefangen zu singen, und der Lehrer hat
dann irgendwann gesagt: Schwätzen aufhören! Ich kann wirklich nicht sagen, hat er's
überhören wollen oder hat er's überhört.
In seinem Landkreis dominieren die Rechtsradikalen die Jugendkultur.
In Burgbernheim hatten wir ne Zeitlang das einzige "arisch befreite" Freibad, das hieß
wirklich so. Weil die Burgbernheimer einfach keine Ausländer rein gelassen haben. Und wenn
sich die Möchtegern-Nazis getroffen haben, dann war das in Burgbernheim im Freibad.
Inzwischen gibt es in Burgbernheim sogar eine Dönerbude, ins Freibad dürfen auch
Andersdenkende. Dennoch beobachtet Kurt Gref vom Jugendamt Nürnberg diese Region mit Sorge.
Ich sehe es nur so, dass diese Jugendlichen das Gefühl haben müssen, dass sie mit
Duldung oder mit dem Einverständnis von weiten Teilen der Bevölkerung handeln. Und das ist
sicherlich ermutigend für sie.
Kurt Gref stellt immer wieder fest, dass in manchen Familien rechtsradikale
Überzeugungen von Generation zu Generation weitergegeben werden - der Großvater wählte
vielleicht schon nationale Parteien, und nun tut's der Enkel ebenso:
Es gibt eine gewisse politische Kultur, die zwar sicherlich nicht vererbt wird, die
aber traditionell in Westmittelfranken sehr stark ist und die auch schon Richtung Ablehnung
von allem Fremden, in die Richtung - in positivem Sinne Tradition, in negativem Sinne schon
ne Fremdenfurcht und Ausländerfeindlichkeit geht. Also das sind Tendenzen, die sich, glaube
ich, fortsetzen. Sie haben dort Tradition, diese Haltungen.
***Jurastudent Klaus engagiert sich seit einigen Jahren gegen Extremismus. Denn in und
um die kleine mittelfränkische Stadt Forchheim herum sind Rechtsradikale längst in Alltag
und Brauchtum integriert. Sie besuchen beispielsweise die Dorffeste, denn dort wird auch
ihre Musik gespielt, beispielsweise die der Musikgruppe Böhse Onkelz:
Und die Onkelz sind halt immer noch so das zentrale Einstiegselement, wo halt
Feindbilder konstruiert werden, wo ein Gruppengefühl konstruiert wird, wo man sich
abgrenzt, anders ist, und die Gesellschaft Scheiße ist und man muss dagegen was machen. Es
wird auf jeder Kirchweih gespielt. Die werden alle gespielt, die Onkelz-Lieder. Es gibt
keine Cover-Rock-Band, die das nicht spielt, und die wissen ganz genau, wenn die
Onkelz-Lieder spielen, ist das Zelt voll, und die gehen alle mit, und es ist richtig
Partymucke. Und der Weg von Onkelz zu anderer Nazimusik ist meiner Meinung nach nicht weit.
***
Vor allem auf dem Land, in den Dörfern fühlen sich die Rechtsradikalen stark. Ihre
Aufkleber, Graffitis und Flugblätter mit antisemitischen Parolen und Verherrlichung von
NS-Größen tauchen an den Gymnasien in Forchheim und Herzogenaurach auf. Dort werden die
Skinheads stillschweigend akzeptiert, erzählt Klaus:
Es ist einfach eine Frage der Zeit, sie erobern sich Stück für Stück einen Freiraum.
Auf den Kirchweihen haben sie ihn schon, in den Dörfern größtenteils auch, es gibt keine
Opposition, niemanden, den es stört, und wenn es auf dem Dorf nur zwei sind, aber auf dem
Dorf fünf Nazis wohnen, dann ist klar, wie das Kräfteverhältnis ist, und dann sagen die
zwei, die machen dann auch nicht mehr das Maul auf.
Die zwanzigjährige Schülerin Michi engagiert sich ebenfalls gegen Intoleranz und
Fremdenhass - und empört sich über das Verhalten ihrer Nachbarn:
Ich hab noch nie gehört, dass jemand gesagt hat: Ja die Scheiß-Nazis, jetzt kommen die
wieder und stressen uns jetzt, machen die Kirchweih kaputt. Es ist eher Konsens, das sind
doch nette Jungens, die haben doch eigentlich gar nichts am Hut damit, die sind bloß ein
wenig verwirrt, und eigentlich meinen sie's nicht so. Das ist Konsens, den es hier gibt.
Die ältere Generation kritisiert allenfalls das Auftreten der Skinheads, meint Kurt
Gref vom Jugendamt Nürnberg, aber viele akzeptieren ihre Ideologie:
Diese Tendenzen gibt es sicherlich, dass das Verhalten dieser Jugendlichen gesund
geredet wird und gesagt wird, das ist jugendliches Verhalten, dass sich von selbst wieder
gibt. Da wird vielfach der politische Aspekt ein bisschen vernachlässigt. Das wird
teilweise auch verharmlost.
Der richtige Nährboden also für Kameradschaften wie die jetzt verbotene Fränkische
Aktionsfront. Weil sie so erfolgreich und professionell ihre Netzwerke aufbaute, nahmen
sich Kameradschaften in ganz Deutschland die FAF zum Vorbild.
So pflegte die Führungsriege der FAF beispielsweise Kontakte zur Münchner Kameradschaft
Süd um Martin Wiese, der mit einer Bombe im vergangenen November die Grundsteinlegung des
jüdischen Gemeindezentrums in München vereiteln wollte. Außerdem führte Wiese mit seiner
Gruppe regelmäßig militärische Wehrsportübungen durch. Die Generalbundesanwaltschaft hat
gerade Anklage gegen einige Mitglieder dieser Gruppe erhoben: wegen Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung. Die Münchner Neonazis sind keine Einzeltäter, sondern - ebenso
wie die inzwischen verbotene Fränkische Aktionsfront - Teil eines straff organisierten,
gewaltbereiten Neonazi-Netzwerkes. Dieses Netzwerk rekrutiert Anhänger gezielt in Schulen
und Freizeittreffs. Ihr wichtigster Köder ist dabei die Musik:
Volksverhetzende Texte wie die der inzwischen verbotenen Gruppe Landser - damit werben
die Kameradschaften um Nachwuchs. Und zwar in allen Schichten. Kameradschaftsabende,
Fahrten zu Konzerten rechtsradikaler Musiker - so steigen Jugendliche langsam in die Szene
ein. Marco Kuhn, Autor einer Studie über die rechtsradikale Szene in Mittelfranken, die im
vergangenen Jahr erschienen ist:
Wir haben in fast allen Schulen, das geht von Hauptschule über Realschule bis zum
Gymnasium, die Beobachtung gemacht, dass die Klassenräume auch als Umschlagplätze für
Neonazi-CDs, sonstige Accessoires dienen. Sprich, in den Klassen gehen die Kataloge rum,
die werden vorgezeigt, es werden Sammelbestellungen gemacht, um Porto zu sparen, und
insofern besteht dort ein großes Potential, die zu rekrutieren und sie für die "nationale
Sache zu gewinnen.
In fast allen Jugendszenen werben Rechtsradikale für ihre Sache. Wann immer zum
Beispiel die globalisierungskritische Organisation Attac zu Demonstrationen aufruft,
mischen sich Rechtsradikale in die Menge. Sie demonstrieren mit Palästinenserfahnen gegen
Israel. Sie sind fester Bestandteil der Grufti-, der Black-Metall- und der Rockerszene. Und
die Berührungsängste scheinen tatsächlich zu schwinden.
Hinzu kommt: Viele Radikale sind nicht länger als Neonazis zu erkennen, kleiden sich
nicht mehr als typische Skinheads mit Glatze, Bomberjacke und Springerstiefeln. Im
Gegenteil: Sie tragen linke Mode. Palästinensertücher und Che-Guevara-T-Shirts, Piercings
und lange Haare. Die Kameradinnen schick im nabelfreien Girlie-Look. Der Berliner
Rechtsextremismus-Experte Michael Weiss:
Wenn man sich die Aufmarschbilder gerade in den neuen Ländern anschaut, würde man
sagen, 80 Prozent würde man nicht als Neonazis erkennen, es sei denn, man hat jetzt da den
Gefahrensucherblick, der sofort versteckte Symbolik als Halskettchen erkennt. Aber wer
macht das schon. Man geht ja nicht durch die Straße und schaut, was sie so als Ringe
tragen.
Auch im Berufsleben bauen die Rechtsradikalen untereinander Kontakte auf - das hat Kurt
Gref vom Jugendamt Nürnberg von Aussteigern erfahren:
Es gibt verlässliche Aussagen aus dem rechten Raum, dass verschiedene Arbeitsstellen,
Firmenadressen, da auch gehandelt werden von ganz normalen Baufirmen auf dem Land, wo auch
Nürnberger rechtsextremistische Jugendliche durchaus gelegentlich jobben, bis hin zu
bestimmten anderen Adressen. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass es auch Firmen in der
High-Tech-Branche gibt, die durchaus gewillt sind, rechtsextremistische Jugendliche und
junge Erwachsene einzustellen.
Szene-Versandhäuser, aber auch Bekleidungsmarken und Musik-Produktionen sind längst in
der Hand von Rechtsradikalen. Problemlos können Fans beispielsweise per Katalog oder
Internet Unterstützer-T-Shirts der als kriminelle Vereinigung verurteilten Band "Landser"
bestellen. Michael Weiss warnt vor diesen wirtschaftlichen Netzwerken in Ost- wie in
Westdeutschland:
Das hat sich eh in so einer Halbwelt schon eingenistet und professionalisiert, und das
geht dann auch weiter zu Tätowierstudios, bis hin zu Security-Unternehmen, Türsteher
klassischerweise in Diskotheken und in einigen Regionen in den neuen Bundesländern, vor
allem in Mecklenburg-Vorpommern, da haben die Neonazis den direkten Weg in die organisierte
Kriminalität genommen, mit Schutzgelderpressung, Prostitution, im Drogenhandel und so
weiter.
Der bayerische Innenminister Günter Beckstein wird daher die rechtsradikale Szene auch
nach dem Verbot der Fränkischen Aktionsfront genau beobachten:
Ein Vereinsverbot beseitigt natürlich den Extremismus in den Köpfen nicht. Wir haben
die Gefährdung durch Rechtsextreme, die sich wieder neue Szenerien suchen, manche sind ja
alte Bekannte, die wir ja aus anderen Zusammenhängen kennen, aber durch eine solche
Verbotsmaßnahme werden die Strukturen zerschlagen und damit wird's schwieriger für
Rechtsextremisten, sich zu organisieren.
Genau das bezweifeln Kenner der Szene. Denn nur die Dachorganisation FAF wurde
zerschlagen - nicht aber die kleinen, zwei- bis fünfköpfigen Kameradschaften auf dem Land.
Viele Jugendliche sind sogar stolz auf ihre Kontakte mit den Mitgliedern einer verbotenen
Kameradschaft. Marco Kuhn geht davon aus, dass sich die fränkischen Neonazis in spätestens
einem halben Jahr wieder organisiert haben werden:
Die einzelnen Angehörigen der Kameradschaften werden weiterhin in ihren Kneipen
zusammen feiern und Bier trinken und gemeinsam auf Demos und Konzerte fahren. Insofern
trifft dieses Verbot ausschließlich eine Organisations-Struktur, die einzelnen Aktivisten
die involviert waren trifft es allerdings nicht.
Der Berliner Politologe Richard Stöss rechnet ebenfalls damit, dass sich die Mitglieder
der verbotenen Fränkischen Aktionsfront in anderen Gruppen zusammenfinden.
Das Verbot, denke ich, ist vor allem eine Drohung gegenüber der Szene insgesamt. Wenn
ihr militante, möglicherweise sogar terrorismusverdächtige Organisationen gründet, dann
müsst ihr damit rechnen, dass der polizeiliche Staatsschutz zuschlägt. Für die jeweils
Betroffenen, denke ich, sind die Folgen nicht so gravierend, es sei denn, sie geraten in
Gerichtsverfahren.
Ob das Verbot der Kameradschaft tatsächlich erfolgreich ist, muss sich also erst noch
zeigen. Gegen die breite Akzeptanz rechtsradikaler Überzeugungen in manchen Regionen hilft
allerdings nur eines: die gesellschaftliche Auseinandersetzung damit. Denn wenn sich eine
rechtsradikale Szene oder sogar eine gewaltbereite Kameradschaft erst einmal etabliert hat,
ist es schwierig, sie zu stoppen.
Die Gefahr ist einfach, dass sie es schaffen, sich ihre Freiräume zu erobern, dass sie
zum Alltag werden, dass Leute nicht wahrnehmen, dass es niemanden stört, die Gefahr ist
einfach, dass sie ne Jugendkultur aufbauen. Neonazis sind nicht irgendwelche Jugendlichen,
es ist nicht irgendeine Meinung, die nicht akzeptiert wird neben vielen anderen, sondern
Neonazismus ist ein Verbrechen, und das ist vielleicht eine ziemlich platte Parole, aber
sie ist immer noch richtig so. //
Wie findet ihr das?
Sasu... |
Alle Anregungen zu diesem Beitrag bitte an den verfassenden User Sasuka schicken. Der Beitrag wurde am 17.05.2004 geschrieben und bisher 11211x gelesen.
Dieser Beitrag wurde von Marco und Alex freigeschaltet.
| Kommentar von Bango zu diesem Userartikel am 14.08.2007 22:36 | | Also ich wohn in Nürnberg. Und von sowas, hab ich hier noch nix mitbekommen.
Und das mit den Onkelz regt einfach nur auf.
Wann werden die Leute das endlich begreifen? |
| Kommentar von Bombe05 zu diesem Userartikel am 12.11.2006 22:01 | | Verstehe ich nicht, habe jetzt ne halbe Stunde an deinem irgendwo abgeschriebenen Artikel gelesen! Was , wer , wie , wo oder warum hat das was mit den Onkelz zutun??? Hätte ich mir lieber einen gezupft, wäre interessanter gewesen!!! Lasst doch mal die Scheisse immer die Onkelz mit FAF , NPD , NaZIS ODER SONST IRGENDWELCHEN Dummdödels in Verbindung zu bringen. Also, danke für absolut nichts..... |
| Kommentar von German Eagle zu diesem Userartikel am 23.06.2006 12:05 | | Nazizeit???........das war einaml |
| Kommentar von hurricane81 zu diesem Userartikel am 09.04.2006 13:31 | | was haben die onkelz mit der nazi-szene zu tun????????? |
| Kommentar von Dani1990S zu diesem Userartikel am 06.10.2005 11:14 | | Ich finde, dass die Nazizeit vorbei ist... |
| Kommentar von Böhse oma zu diesem Userartikel am 22.06.2005 14:33 | | Sorry,dieser Artikel ist in Bezug auf die
Onkelz Schwachsinn!Sie disdanzierten sich bei jedem konzert von rechten Parolen und unterbanden dies,wenn nötig,mit´nem Rauswurf!Jeder,der die Texte hört,mit Verstand wohlgemerkt,fragt sich irgendwann,wo sie rechtsradikal sind!Man kann nicht leugnen,daß es mal texte gab,okay,aber die onkelz stehen dazu!und sie werden nicht mehr gespielt!Die medien pauschen das so auf,weil die onkelz gesellschaftskritisch geblieben sind,in der Hoffnung,daß die onkelz nicht viele fans kriegen!selbst der "Nette Mann" hat nix mit rechtsradikal zu tun,wie so oft behauptet wird!Und daß die "Tagelöhner"sich´n Eigentor schossen,zeigten die 25Jahre,die es die Onkelz gab!Und das Lausitzwochenende,an dem alle E.I.N.S.waren! |
| Kommentar von devil jul zu diesem Userartikel am 19.03.2005 14:48 | | ich glaube
nicht, das das verbot von der FAF was bringt. denn im grunde klönnen sie sich wieder
organisieren umbennenen und schon ham se ihre organisation wieder!
andre frage: wo hats du des her? |
| Kommentar von biewer89 zu diesem Userartikel am 24.09.2004 18:53 | | Hi ich habe dazu
ne frage dürfte ich den für ein Referat in Religion benutzen?
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