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Einstieg in die Skinheadszene
von Erinnerung
Einstieg in die Skinhead-Szene

Die Band nahm ihre erste größere Veröffentlichung auf dem eher linken Punk-Sampler Soundtrack zum Untergang Vol. II auf. Nachdem aber die bisher unpolitische Punk-Bewegung immer weiter nach links rückte, verlor die Subkultur an Interesse für die Onkelz. Fußball wurde wichtiger und die Schlägereien häuften sich.

Die Band zählte sich zur ursprünglich ebenfalls unpolitischen Oi-Bewegung und machte anfangs deren politischen Rechtsdrift in den frühen 80ern mit. Sowohl die ersten Auftritte als auch die damals veröffentlichten Demos bedienten die Vorurteile ihrer unpolitischen bis rechtsextremen Fangemeinde. 1984 folgte die Veröffentlichung des Albums Der Nette Mann bei Rock-O-Rama, das sich vom Punk-Label immer mehr zum Rechtsrock-Label entwickelte. Diese Platte wurde im September 1986 aufgrund von gewaltverherrlichenden und sexistischen Inhalten indiziert. Kurze Zeit später folgte durch das Amtsgericht Brühl eine bundesweite Beschlagnahme, also ein Totalverbot auch für Erwachsene. Dies geschah aber nicht, wie oft fälschlich angenommen, wegen rechtsextremer, sondern wegen zwei extrem gewalttätiger Titel (?Dr. Martens-Beat? und das Titelstück ?Der nette Mann?). Der Beschlagnahme-Beschluss ist mittlerweile verjährt. Auf diesem Album wurden auch patriotische Lieder, wie Stolz oder Deutschland aufgenommen, was den Onkelz einen verstärkten Kultstatus in der rechten Szene einbrachte. Der Nette Mann verkaufte sich bis zum Verbot eher mäßig (laut Angaben der Bandbiografie rund 1000 mal), verbreitete sich jedoch schnell in der Skinheadszene. Erst nach dem Verbot wurde eine breitere Masse der Öffentlichkeit auf das Album aufmerksam.

Obschon sich die Band von Rock-O-Rama, aufgrund des wachsenden Rechtsextremismus im Label, trennen wollte, musste sie ihren Plattenvertrag erfüllen und ein letztes Album veröffentlichen. Dies geschah mit der EP Mexico. Die Band trennte sich danach im Streit von diesem Label, daher beinhaltete Mexico auch nur 6 Stücke.

Nach dem Ausstieg aus der Skinhead-Szene

In den späten achtziger Jahren war es recht ruhig um die Band. Die folgenden Alben handelten zwar anfangs noch immer von Suff und Gewalt, wurden textlich und musikalisch aber komplexer, trotz massiver Probleme bedingt durch die Alkohol- und Heroinabhängigkeit des Sängers Kevin, die nach der Tötung des besten Freundes der Band, Andreas ?Trimmi? Trimborn (am 16. Juni 1990), so sehr ausartete, dass er fast gestorben wäre.

1992 gelang ihnen ohne jedes Marketing mit dem Album Heilige Lieder der Einstieg auf Platz fünf der deutschen Charts. Trotz ihres immer größer werdenden kommerziellen Erfolgs war die Band durch den Vorwurf, sie sei rechtsextrem, der ab den frühen 1990er Jahren gegen sie geäußert wurde, bis heute schwer belastet. Im Zuge verschiedenster rechtsradikaler Übergriffe in dieser Zeit entdeckten die Medien die rechte Vergangenheit der Band, worauf sich die Onkelz mit einer massiven Kritik konfrontiert sahen, die unter anderem dazu führte, dass sich mehrere Radiosender und später auch TV-Sender (MTV und VIVA) weigerten, Onkelz-Platten zu spielen. Während dieser Medieninformation erschienen auch zahlreiche ? meist schlecht recherchierte und auf falsche Quellen gestützte ? Artikel die dem Ruf der Böhsen Onkelz schadeten.

Hinzu kam, dass große Verkaufshäuser wie Media Markt, WOM (World of Music) oder Saturn die Tonträger der Onkelz nicht verkaufen wollten.




Tour 2004, zweites Konzert in Dortmund

Ende der 90er nahmen Media Markt und WOM die Platten wieder in den Verkauf. Saturn jedoch weigert sich vereinzelt bis heute, obwohl die letzten Alben mehrere Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Charts standen. In den folgenden Jahren brachten die Onkelz mehrfach ihre Ablehnung gegenüber ?Extremismus jeglicher Art? zum Ausdruck, nahmen an mehreren Rock gegen Rechts, sowie Rock gegen Gewalt-Konzerten teil und engagierten sich in sozialen Projekten. Die Band bezog Position als Außenseiter, die jede Art von Politik vehement ablehnt.

Die Band erkämpfte sich mit der Zeit eine große Fangemeinde und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Musikgruppen. 1998 verkaufte sie von ihrem Album ?Viva los Tioz? ohne jede Werbung, innerhalb der ersten 48 Stunden nach Verkaufsstart über 300.000 Exemplare, womit sie zum ersten Mal Platz 1 der deutschen Charts erreichte.

Am 8. August 2003 kam es zum ?musikalischen Ritterschlag? (Zitat: http://www.onkelz.de): Die Böhsen Onkelz traten trotz vieler negativer Schlagzeilen, vor allem aus dem Ausland (wobei die Artikel der ausländischen Presse sich an diffamierenden Verleumdnungen und fiktiven Beschuldigungen gegenseitig überboten, so schrieb ein auflagenstarkes amerikanisches Blatt: "Nazi-Punk-Band opens the Stones"), als Vorband der Rolling Stones beim Konzert auf dem EXPO-Gelände in Hannover auf.

Alle Anregungen zu diesem Beitrag bitte an den verfassenden User Erinnerung schicken.
Der Beitrag wurde am 27.05.2007 geschrieben und bisher 1814x gelesen.

Dieser Beitrag wurde von Marco und Alex freigeschaltet.

Kommentar von XxMiraCoolX zu diesem Userartikel am 22.08.2007 11:59
Wer Rechtsradikal ist und bekennender Onkelz-Fan ist, der ist entweder Schizophren,"noch" Dumm oder einfach nur ein Mitläufer! Gahnz böhse grüße XxMiraCoolX


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