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Trauerzeit
von Kev
Leere. Ohnmacht. Panische Gefühle. In dieser Zeit kommt alles zusammen.

Ein Gefühl, als würde der Boden unter einem aufreißen und es befindet sich nur tote Materie darunter, man fällt im freien Fall nach unten. Kein Netz, kein Trost ist in Sicht.

Umso mehr ich mich mit den Gefühlen beschäftige, sie versuche zu definieren, desto mehr wird mir klar ? diese schreckliche Angst und Wut lässt sich nicht in Worte fassen, die auch nur annähernd beschreiben, welch beklemmenden Gefühle in mir aufsteigen.

Wahnsinnige Alpträume, unbändige Verzweiflung. Die Frage nach dem W a r u m bleibt unbeantwortet.
Es ist, als würde meine Welt anhalten und hätte vergessen, wie es weitergeht.
Es ist, als hätte ich alles verlernt, muss von vorne anfangen.

Verdrängung scheint mein Freund.
Aber der Freund der Verdrängung ist die wiederkehrende Angst. Wo Angst ist, ist Panik. Wo Panik ist, ist Wahnsinn nicht weit. Wo Wahnsinn ist, ist kein normales Leben mehr.

Wie kann ich zulassen, dass mich Gefühle in den Wahnsinn treiben?

Die Bewältigung der Trauer, Wut und Verzweiflung wirft mich jedes Mal um. Ich konnte wieder aufstehen. Aber irgendwann ist kein Platz mehr für Narben auf meiner Seele.
Wenn die Menschen gehen, die mir jetzt aufhelfen ? wer hilft mir dann?

Die alte Frage nach dem richtigen Weg stellt sich mir erneut.
Soll ich in Einsamkeit leben, damit ich um niemanden trauern muss?
Oder soll ich Gefühle zulassen, die mit Garantie irgendwann im Wahnsinn enden?

Wer gibt mir eine Antwort?


Alle Anregungen zu diesem Beitrag bitte an den verfassenden User Kev schicken.
Der Beitrag wurde am 11.10.2006 geschrieben und bisher 1664x gelesen.

Dieser Beitrag wurde von Marco und Alex freigeschaltet.

Kommentar von Hamburger Enkel zu diesem Userartikel am 02.11.2007 20:34
Ich fand den Beitrag wirklich sehr gut, und konnte mich auf Anhieb in diese Zeilen hineinversetzen, weil ich mir die in dem Beitrag enthaltenen Fragen, auch schon hundert mal gestellt habe. Ganz besonders als ich noch ein sehr junger Mensch war, weil ich besonders als Jugendlicher den einen oder anderen "Schlag ins Gesicht" zu verdauen hatte. Dem Verfasser kann ich nur ans Herz legen, sich die Frage nach dem Warum bei negativen Erlebnissen nicht zu häufig zu stellen, weil dann der Wahnsinn wirklich nicht weit weg ist. Bei aller Bitterkeit, Trauer, Wut und auch Hass, den ich immer wieder leider empfunden habe, habe ich irgendwann realisiert wie schön das Leben auch sein kann, obwohl meine Grundeinstellung auch eher pessimistisch ist. Nichtsdestotrotz ist das Leben zu schön, sich in Negativerlebnissen und Depression hoffnungslos zu verirren. Mittlerweile liebe ich das Leben und versuche diese Liebe meinen Freunden und Mitmenschen weiterzugeben. Nur so ist es meiner Meinung nach möglich ein unterm Strich positives Leben zu führen, abgesehen davon, dass die Frage nach dem verzweifelten Warum ohnehin meistens niemand beantworten kann. Folgender Spruch ist seit einigen Jahren mein Lebensleitfaden: Die Gelassenheit all das hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, die Kraft das zu ändern, was nicht mehr zu ertragen ist , und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden. Dem Verfasser wünsche ich persönlich von Herzen alles Gute!


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